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Agrarinvestitionen - Nachhaltiges Anbauen

Maisfeld / Photo by Maja Dumat - flickr.com
Dass die Preise für Agrarrohstoffe steigen, merken wir beim Bäcker. Bei Investitionen in Felder oder Weideland geht es daher um mehr als Rendite – zum Beispiel um die Ernährung der Weltbevölkerung
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Die Menschheit wächst. 2011 kam der siebenmilliardste Mensch zur Welt. Damit ist die Menschheit in zwölf Jahren um eine Milliarde Menschen gewachsen. In den vergangenen 45 Jahren hat sie sich verdoppelt. Und die Kurve zeigt weiter steil nach oben: Es leben so viele Menschen im fortpflanzungsfähigen Alter wie nie zuvor. Jeden Tag kommen 200.000 Babys zur Welt, von denen immer mehr die Chance haben, erwachsen zu werden. Bereits 2025 werden auf dieser Erde acht Milliarden Menschen leben, 2050 neun Milliarden.
Jeder Mensch braucht Nahrung und Trinkwasser. Tatsächlich jedoch sinkt in vielen Teilen der Welt der Grundwasserspiegel. Außerdem geht beständig Agrarland durch Wassermangel, Erosion, Urbanisierung oder den Anbau von Ölpflanzen zur Biospritgewinnung verloren. Deshalb – und weil die exponentiell steigende Nachfrage nach Lebensmitteln freilich kein Geheimnis ist – haben Zucker, Weizen und Mais in den vergangenen Jahren Rekordpreise erzielt.
Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sollen allein die Getreidepreise in den kommenden zehn Jahren inflationsbereinigt um zehn bis 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 1997 bis 2006 steigen. Das merken wir sogar hier beim Bäcker, wenn wir staunen, wie teuer unsere geliebte Streuselschnecke geworden ist. -
Nicht nur die wachsende Zahl der Menschen hat Einfluss auf die Preise für Lebensmittel. In den Schwellenländern bildet sich eine Mittelschicht heraus, die ihre Ernährungsgewohnheiten dem westlichen Vorbild annähert. Besonders gefragt: Milchprodukte und Fleisch. 30 Prozent der Chinesen sollen bereits zwei bis dreimal pro Monat Fastfood essen. In den Schwellenländern liegt der Fleischkonsum derzeit bei rund 30 Kilogramm pro Person und Jahr, in den Industrieländern sind es rund 80 Kilogramm.
Mehr Fleisch bedeutet auch eine höhere Nachfrage nach Getreide: Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden sieben bis 16 Kilogramm Getreide benötigt. Auch die Milchnachfrage steigt deutlich. Zwar sind die asiatischen Länder traditionell keine großen Konsumenten von Kuhmilch. Viele Menschen dort vertragen keinen Milchzucker. Joghurt, Quark oder Babymilch können sie aber verzehren.
Der Preisanstieg bei Agrarrohstoffen ist also noch lange nicht am Ende. Wer jedoch als Anleger am Preisboom von Lebensmitteln teilhaben möchte, hat zunächst ein ethisches Problem. Es gilt, was wir schon als Kinder gelernt haben: Mit Essen spielt man nicht – insbesondere, wenn in armen Ländern 80 Prozent des Einkommens für Lebensmittel aufgewendet werden müssen.
Über geschlossene Fonds können Anleger indes auf steigende Rohstoffpreise setzen, ohne mit Grundnahrungsmitteln zu spekulieren. Sie investieren vielmehr in Grund und Boden und das liebe Vieh. Damit bleiben die Beteiligungen ihrer Grundidee treu, Sachwerte für Einzelanleger erschwinglich zu machen, indem gemeinschaftlich Acker- oder Weideflächen erworben und dann bewirtschaftet werden. -
Ob nun im Mississippi-Delta Reis und Baumwolle, Mais und Weizen angebaut wird oder in Neuseeland und Australien Schaf- und Milchkuhfarmen betrieben werden – die Idee der Wertschöpfung bleibt gleich: Es werden Produkte produziert, die den Weltmärkten zugeführt werden. Neben der Pacht oder dem Verkauf der landwirtschaftlichen Erträge geht es auch um die Wert- steigerung der Farmen. Hierfür ist der Farm Asset Manager verantwortlich. Diese Spezialisten unterstützen institutionelle Anleger schon seit Jahren, die mit Direktinvestments in Farmland ihr Portfolio diversifizieren, das Anlagerisiko streuen und regelmäßige Rückflüsse generieren: 2009 hat beispielsweise Agrarland in den USA 6,2 Prozent pro Jahr erwirtschaftet, im Jahr 2010 waren es 8,6 Prozent (NCREIF-Farmland-Index). Der Markt für Farmen und ihre Produkte mag seine eigenen Bewegungen vollziehen, er ist jedoch weitgehend unabhängig vom Markt der klassischen Assetklassen wie Anleihen oder Aktien.
Agrarinvestments können zudem nachhaltig sein, wenn die Farmen ressourcenschonend bewirtschaftet werden. Auf diese Weise wird Grund und Boden für die Ernährung der Weltbevölkerung erhalten und beackert. Beispiel Neuseeland: Die Milchbauern dort betreiben über- wiegend Weidewirtschaft. Die Kühe und Schafe bekommen nur wenig oder gar kein Getreidefutter. Für die neuseeländischen Bauern ist dies die effizienteste Methode der Tierhaltung, für die Kuh die schönste und für die Weltbevölkerung die fairste.
Weiterlesen:
» Kapitel 1: Reis, Mais und Weizenanbau geht auch nachhaltig
» Kapitel 2: Einflüsse auf die Lebensmittelpreise
» Kapitel 3: Produkte für Weltmärkte









